Nie wieder Fleisch?


Ein Umdenken ist notwendig

(Text Dr. Jacobs)


Menschen und Tiere haben ein fast identisches Nervensystem und fühlen Schmerz und Freude, Trauer und Panik in sehr ähnlicher Weise, auch wenn sie sich anders ausdrücken. Dennoch ist es normal geworden, einerseits mit Haustieren zu schmusen und anderseits Nutztiere zu essen. Etwa 60.000.000.000 Landtiere werden Weltweit jedes Jahr für den menschlichen Verzehr geschlachtet, nachdem 98% von Ihnen qualvoll in der Massentierhaltung mit Pestiziden verseuchten Kraftfutter gemästet, oft über lange Strecken transportiert und im Angesicht ihrer Artgenossen geschlachtet werden.


Die industrielle Tierhaltung ist massgeblich mitverantwortlich am Welthunger und Klimawandel. So könnte man mit Sojabohnen, die auf einem Hektar Land wachsen, 5000 Menschen ernähren, wenn die Sojabohnen direkt als Nahrungmittel genutzt würde. Verfüttert man die Ernte jedoch erst an Tiere, kann man von diesen Tieren nur noch 191 Menschen ernähren. Um 1kg Rindfleisch erzeugen, müssen etwa 10-12 kg Getreide verfüttert werden. 


Auch ist hinsichtlich der Wasserresourcen eine pflanzliche Ernährung schonender für die Umwelt. So werden für 1 kg Rindfleisch 10.000 Liter verbraucht, für 1 kg Kartoffeln 500 Liter und für 1 kg Weizen 900 Liter. Weltweit steigen die Preise für Grundnahrungsmittel auch deshalb so massiv, weil der Appetit auf Fleisch global weiter zunimmt.


Auch die U.N. kommt in Ihrem Klimareport (Carus, 2010) zur Schlussfogerung: "Die Landwirtschaft, allen voran die Erzeugung von Fleisch und Milch, verbraucht 70% des Frischwassers, 38% des Landes und produziert 50% aller Treibhausgase. Eine weltweite Hinwendung zu einer veganen Ernährungsweise ist lebenswichtig, um die Welt vor Hunger, Treibstoffmangel und den schlimmsten Auswirkungen des Klimawandels zu retten". 


Heute leiden nach Schätzungen der UNO 868 Millionen Menschen unter Hunger und Mangelernährung, aber 1,4 Milliarden dagegen an Übergewicht!


Reichen Ländern wird geraten, die Tierhaltung und Ernährung durch tierische Lebensmittel zu reduzieren, weil die gesellschaftlichen Gesundheitskosten durch eine fettarme pflanzliche Ernährung der Bürger dramatisch gesenkt werden könnten. Die hohen Kosten für die durch Fleisch und Milchprodukte enstandenen chronische, degenerative Erkrankungen würden nicht nur reduziert, sondern diese Erkrankungen könnten - wie sich zunehmend zeigt - durch eine vegane Ernährung sogar erheblich gelindert oder geheilt werden.  


Würde die gesamte Getreideernte als Nahrung für die Menschen eingesetzt und nichts mehr als Futtermittel für die Tiermast verschwendet, könnten mit den aktuellen Ackerflächen der Welt vier Milliarden Menschen mehr ernährt werden (Cassady et al, 2013).

Die EU und die USA produzieren zu viel Fleisch - mit einer subventionierten Landwirtschaft - zur Freude der Fleischesser, der Lobby und zum Schaden der Volksgesundheit, während weltweit Menschen verhungern. Das gegenwärtige Wirtschaftssystem, welches auf Gewinnmaximierung beruht und Spekulationen belohnt, ist krank, egozentrisch und opfert die Lebensgrundlage zukünftiger Generationen dem kurzfristigen Profit!  



Der weltweite Fleischkonsum wächst rapide - mit verheerenden Konsequenzen:


In China nehmen gesundheitliche Probleme der Bevölkerung durch die veränderte Ernährung mit sehr viel mehr Fleischkonsum dramatisch zu, in Paraguay dagegen führt der Futterexport nach Europa zu extremer Armut. In Frankreich, Deutschland und der Schweiz ist das Grundwasser immer öfters durch die extensive Land-wirtschaft und durch die starke Düngung der Felder mit Gülle (Tierkot) mit Nitraten verseucht, dies führt zu erhöhtem Darmkrebsrisiko und anderen Krebsarten. Viele Masttiere gleichen mittlerweile Futterverwertungsmaschinen und verbringen ihr kurzes Leben zusammen-gepfercht in dreckigen Ställen.


Die Industrie hingegen wirbt mit Heilsversprechen für ihre Produkte - Fleisch sei gesund und für eine ausgewogene Ernährung notwendig. Dabei belegen Studien, dass der Konsum von zu viel rotem Fleisch nicht nur krank macht, sondern das Leben sogar verkürzen kann. Auch weißes Fleisch ist problematisch, denn Hühner und Puten werden erschreckend häufig mit Antibiotika und anderen problematischen Zusatzstoffen behandelt mit dem Resultat von krankmachenden multiresistenten Keimen. Moderne Mastbetriebe haben sich zu Hightech-Firmen entwickelt, in denen die Tiere lediglich Produkte sind. Dass es sich um Lebewesen handelt, wird gerne vergessen.

Jährlich produziert Europa rund 40 Millionen Tonnen Fleisch, das Futter für die Tiere kommt oft aus Südamerika, zum Beispiel aus Paraguay. Einige wenige Unternehmer verdienen dort an dem Export sehr gut, die Mehrheit der Bevölkerung leidet darunter. Denn die Sojapflanzen werden mit extrem giftigen Pflanzenschutzmitteln besprüht. Eine wissenschaftliche Studie der Universitätsklinik von Asunción belegt, dass in Dörfern in der Nähe von Sojafeldern auffällig oft Kinder mit Missbildungen geboren werden. Auch in Mastbetrieben häufen sich die Missbildungen bei der Schweine- und Kälberzucht dramatisch, auslöser ist das Pestizit "Glyphosat", das natürlich dann auch im Fleisch beim Metzger drin ist.....en guete!

Aber nicht nur der Import nach Europa, auch der Export führt zu Hunger und Elend. Fleisch wird in Europa so günstig hergestellt, dass es für viele Afrikaner billiger ist, europäische Produkte zu kaufen als selber zu produzieren. Eine Folge ist die Zerstörung der einheimischen Märkte, denn die Bauern sind der industriellen und staatlich subventionierten Konkurrenz aus Europa schutzlos ausgeliefert, wie Berichte aus Ghana und Benin beweisen.